Konzeption

Eine klare Konzeption? Klare Sache!

Gerne möchten wir einige Schlüsselelemente unserer Konzeption vorstellen.

Reggio-Pädagogik

Die Reggio-Pädagogik ist ein moderner Bildungsansatz, der in der norditalienischen Stadt Reggio Emilia nach dem 2. Weltkrieg entwickelt wurde. Im Gegensatz zu einem starren Theoriemodell handelt es sich um eine Erziehungsphilosophie, in der eine Reihe von Grundannahmen mit flexibel handhabbaren Praxiselementen verbunden wird.

Bildung im Sinne der Reggio-Pädagogik ist immer auch emotionales Lernen, ganzheitlich ausgerichtet und somit ideal, damit Kinder „großwerden“ können. Wir arbeiten mit den Stärken und nicht gegen die Schwächen.

Loris Malaguzzi gilt als wichtigster Vertreter der Reggio-Pädagogik. Wichtige Inspirationsquellen in unserer Arbeit sind zudem Maria Montessori sowie Emmi Pikler und Elfride Hengstenberg.

Unser Bild vom Kind

Die Philosophien und Methoden in der Reggio-Pädagogik sind geprägt von einem Bild vom Kind, dass ein „reiches“, kreatives Potential in sich trägt, die Welt zu entdecken und zu verstehen, eigene Lernstrategien zu entwickeln und sich über sein Können und Wissen bewusst zu sein.

Im Mittelpunkt steht somit das forschende und lernende Kind, dem ausreichend Freiheit in der Wahrnehmung der Welt eingeräumt wird. Das Kind ist kreativer Forscher und Gestalter, das Wissen konstruieren und in Co-Konstruktion mit anderen vervielfältigen kann. Es strebt nach Erfüllung seiner Bedürfnisse und verfolgt mit Energie und Neugierde seine Interessen. Statt Wissen nur zu übernehmen erfährt es durch eigenes Handeln, Versuch und Irrtum, wie die Welt funktioniert.

Vor diesem Hintergrund ist es uns wichtig, dass Kinder am Kita-Alltag Teilhaben und Möglichkeiten zur Mitbestimmung erhalten.

Die Rolle der Pädagogen

Voraussetzung für die selbsttätige, kreative Erforschung und aktive Gestaltung der Umwelt ist das Bildungsverständnis der Erwachsenen. In der Reggio-Pädagogik lässt sich der Pädagoge auf den Rhythmus des kindlichen Forschergeistes ein, wird selbst zum Forscher und agiert als empathischer Lernbegleiter. Herausforderungen, Anregungen und Aufgabenstellung gehen hierbei von den Fragen und Erkenntnisständen der Kinder aus.

Die Reggio-Pädagogik wird auch als „Pädagogik des Zuhörens“ bezeichnet, in der eine Kultur des teilnehmenden Beobachtens und der Dokumentation sichtbar wird. Pädagogen beobachten die Kinder, versuchen im Dialog ihre Beweggründe zu erfahren und bieten eine unaufdringliche, begleitende Unterstützung an, statt Inhalte oder wissenschaftliche Erkenntnisse zu vermitteln.

Die 100 Sprachen

In der Reggio-Pädagogik sind kreative Formen der Weltaneignung sowie vielfältige Ausdrucksweisen für (kindliche) Entwicklungs- und Bildungsprozesse bedeutsam. Die Metapher der „hundert Sprachen“ besagt, dass Lernen und Bildung differenzierte Gestaltungs- und Ausdrucksweisen benötige, um nachhaltig zu sein. Das Kind verleiht seinen Eindrücken von der Welt einen Ausdruck in „hundert Sprachen“. Durch zusätzliche Erfahrungen in der Gruppe, welche einen interaktiven Raum für Kreativität darstellen, werden die 100 Sprachen miteinander vernetz und multidimensionales Lernen wird ermöglicht.

Die Reggio-Pädagogik will die 100 Sprachen entfalten, schützen und nachhaltig sichern! Dieser Aspekt wird beispielsweise durch das Vorhandensein von Ateliers in der Kita unterstrichen.

Projektarbeit

Projekte spielen in der Reggio-Pädagogik zur Gewinnung von alltagsbezogenen Fertigkeiten und von Selbst- und Weltverständnis eine besondere Rolle. Sie entwickeln sich aus Spielhandlungen, Alltagssituationen, Fragestellungen, Gesprächen oder Beobachtungen der Kinder und stehen damit in unmittelbarem Zusammenhang mit ihrer Lebenswirklichkeit.

Der Prozess als solcher sowie das Vergnügen am Lernen, Verstehen und Anwenden spielt hierbei eine besondere Rolle. Kinder erhalten auf ihre Fragen keine fertigen Lösungen, sondern altersgerechte „Hilfe zur Selbsthilfe“, indem Pädagogen beispielsweise bei der Beschaffung von Informationen und Materialien unterstützen. Verlauf und Dauer der Projekte wird von den Kindern mitbestimmt.

Der Raum als dritter Erzieher

Die Entwicklung der Kinder wird durch die Raumgestaltung gezielt unterstützt. Diese folgt dem Gedanken, dass der Raum als dritter Erzieher einerseits Geborgenheit und eine Atmosphäre des Wohlbefindens schafft und andererseits Herausforderungen enthält und durch die Bereitstellung von vielfältigen, sinnanregenden Materialien kreative Anregungen bietet.

Verschiedene Ebenen, Nischen, Werkstatt- und Wandelemente, Leuchttische und Spiegel schaffen eine Raumatmosphäre, die die Kinder einlädt, kreativ zu sein und mit Neugierde die Welt zu entdecken. Alltags- und Naturmaterialien stehen den Kindern zum Erleben, Forschen und Spielen zur Verfügung und das naturnah gestaltete Außengelände wird gezielt mit einbezogen. Klarheit, Ordnung und Ästhetik bieten Orientierung für Raumgestaltung und -ausstattung. Zudem ermöglicht eine flexible und neutrale Lernumgebung Veränderungs- und Gestaltungsprozesse, die in altersgerechten Projekten und freien Spielzeiten ausgelebt werden können.

Zukunft gestalten!

Kinder haben ein Recht auf Bildung. Nicht nur Bildung im Sinne von Lernen, sondern Bildung in Bezug auf die (Aus-)Bildung einer unverwechselbaren Identität und einmaligen Persönlichkeit!

Die international anerkannten Bildungseinrichtungen in Reggio Emilia wurden 1991 vom amerikanischen Magazin Newsweek zu den schönsten und anregungsreichsten der Welt gekürt. Die UNESCO bezeichnet 2010 den reggio-pädagogischen Bildungsansatz als beste frühkindliche Pädagogik.

Die Aktualität und Modernität der Reggio-Pädagogik wird durch neue erziehungsund bildungswissenschaftliche sowie entwicklungspsychologische Erkenntnisse unterstrichen.

Wir begrüßen, dass unsere Pädagogik einem fortlaufenden Wandel unterliegt. Neben aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen finden gesellschaftliche Veränderungen – beispielsweise in den Bereichen Digitalisierung und Nachhaltigkeit – sowie die Interessen und Bedürfnisse der Kinder fortlaufend Berücksichtigung.

„Das Kind hat hundert Sprachen, in denen es sich ausdrücken kann, es verleiht auf kreative Weise seinem Eindruck über die Welt einen Ausdruck, sei es durch Worte oder durch Werke, die es gestaltet!“

Loris Malaguzzi
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